Predigt von Josef Grünwidl zum Christtag (25. Dezember 2025)
Shownotes
Predigt des Ernannten Erzbischofs Josef Grünwidl zum Christtag, am 25. Dezember 2025.
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00:00:00: Liebe Schwestern und Brüder, liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Klassik Stephensdom, liebe Mitbrüder im Diagonalen und Priesterlichen Dienst.
00:00:09: Zu den Weihnachtsfeiertagen bringt uns die Kirche, das Geheimnis der Menschwertung Gottes aus ganz unterschiedlichen Perspektiven immer wieder nahe.
00:00:19: In der heiligen Nacht bei der Christmette Vielleicht haben einige von ihnen auch die Christmette mitgefeiert.
00:00:26: Da war es die Weihnachtsbotschaft aus dem Lukas Evangelium.
00:00:29: Ich vermute, es sind die vierzehn berühmtesten und bekanntesten Ferse des neuen Testament, die Geburt des Erlösers in Bethlehem, mit Hirten und Schafherden und Englingen.
00:00:44: Jetzt bei Tageslicht begegnet uns die Weihnachtsbotschaft wieder, aber etwas nüchterner.
00:00:50: Theologischer formuliert.
00:00:53: Auf vielerlei Weise hat Gott zu den Menschen gesprochen, so haben wir es in der zweiten Lesung gehört.
00:01:00: Zuletzt hat er gesprochen durch seinen Sohn.
00:01:03: In Jesus Christus hat Gott sich unüberbietbar, mitgeteilt, geoffenbart.
00:01:10: Er hat uns alles gesagt, was wir wissen müssen.
00:01:15: Das Evangelium vom Christag, das wir eben gehört haben, geht noch einen Schritt weiter und sagt, Gott spricht nicht nur zu uns, sondern Gott ist in seinem Wesen seit Ewigkeit ein Wort.
00:01:32: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.
00:01:40: Das heißt, Gott teilt sich mit.
00:01:42: Er geht aus sich heraus.
00:01:44: Er ist in sich ewige Gemeinschaft, ein Gespräch zwischen Vater, Sohn und Heiligen Geist.
00:01:52: Und er möchte uns in dieses Gespräch hineinnehmen.
00:01:56: Er möchte mit seinen Geschöpfen Kontakt aufnehmen und uns ansprechen.
00:02:02: Gott tut das auf vielfältige Weise.
00:02:05: Zum Beispiel in der leisen Stimme.
00:02:08: unseres Gewissens in den Wundern der Schöpfung, im Wort der Heiligen Schrift, durch Begegnungen, wenn wir staunen oder zutiefst dankbar sind.
00:02:20: Kunst, Musik, Stille, es gibt so viele Möglichkeiten, wie Gott uns anrühren, anreden will.
00:02:29: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
00:02:35: So formuliert das Johannes Evangelium die Weihnachtsbotschaft.
00:02:40: Da hat ein großer Theologe alle Registers seines Könnens gezogen und hat in einem kunstvoll komponierten Hypnus auf das ewige Wort die Menschwertung Gottes verkündet.
00:02:53: Das Wort ist Fleisch geworden, das heißt, in Jesus Christus, im menschgewordenen Gottessohn, gipfelt.
00:03:02: die Offenbarung und Selbstmitteilung Gottes.
00:03:08: Liebe Schwestern und Brüder, wir leben in einer Zeit, wo sehr viele Menschen sich als gläubig und religiös bezeichnen.
00:03:16: Das ist erfreulich, denn da merkt man, es gibt eine Sehnsucht nach Spiritualität und nach Transzendenz, nach Verbindung, nach oben, Verbindung mit Gott.
00:03:29: Bei näherem Hinsehen merkt man allerdings oft, dass es hier um eine sehr diffuse Religiosität geht, die mit dem Gott der Bibel nur wenig oder kaum etwas zu tun hat.
00:03:43: Weihnachten sagt uns Wesentliches über unser christliches Gottesbild.
00:03:48: Weihnachten lässt Gott ganz konkret und nahe werden.
00:03:54: Er begegnet uns als Du, als Person, die uns anspricht und an die wir uns wenden können.
00:04:02: Auch wenn die Menschwertung Gottes nicht in unser Schema vom allmächtigen ewigen Gott passt, lassen wir doch Gott Gott sein.
00:04:14: Machen wir ihn nicht so klein, dass er in unsere Vorstellungen passt.
00:04:19: Gestehen wir Gott zu, dass er unseren engen Horizont übersteigen kann, dass der ewige Gott in der Geburt seines Sohnes in die Zeit eingetreten ist, an einem bestimmten Tag der Weltgeschichte, um einen Neuanfang zu setzen, dass der unsichtbare Gott sichtbar geworden ist, unsere menschliche Natur angenommen, unser Leben geteilt hat, dass Gott ein Immanuel, ein Gott mit uns nahe und konkret sein will.
00:04:58: Und diese Inkarnation, das Kommen Gottes in unser Fleisch, in unsere menschliche Existenz, die wir jetzt zu Weihnachten feiern, die schlägt Wellen, die setzt sich fort.
00:05:12: Gott ist wirklich gegenwärtig im Wort der Heiligen Schrift.
00:05:17: Christus wirkt wirklich.
00:05:20: in den Sakramenten der Kirche.
00:05:22: Er ist dort, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind.
00:05:26: Er begegnet uns ganz konkret in unseren notleidenden Schwestern und Brüdern.
00:05:34: Der christliche Glaube ist also viel mehr als eine Vermutung, irgendetwas höheres wird es geben.
00:05:43: Denn das Wort ist Fleisch geworden, konkret geworden und hat unter uns gewohnt.
00:05:51: Damit, liebe Schwestern und Brüder, ist aber noch nicht alles über Weihnachten gesagt.
00:05:57: Denn Weihnachten braucht ja auch Menschen, die diese Botschaft, die das Wort aufnehmen, hören und sich danach ausrichten.
00:06:08: Weihnachten braucht uns, um wirklich zu werden.
00:06:14: Weihnachtlich leben, das heißt, ich nehme an Jesus, dem menschgewordenen Gottessohn Maas, für meinen Weg der Menschwertung.
00:06:25: Weihnachtlich leben bedeutet vor allem, ich habe Grund zur Hoffnung.
00:06:29: Ich darf darauf vertrauen, Gott ist mein Immanuel.
00:06:34: Gott ist mit uns.
00:06:36: Gott hat in seinem Sohn unser Leben geteilt.
00:06:40: Er ist uns nahe.
00:06:41: Er begleitet uns von der Geburt bis zum Tod und öffnet uns dann die Tür hinein in die Ewigkeit.
00:06:50: Gott ist ein Du.
00:06:52: Er spricht uns an, denn sein Wesen ist das Wort.
00:06:58: Und dieses Wort, liebe Schwestern und Brüder, wartet auf unsere Antwort.
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